Katzen fressen Mäuse in der Natur (depositphotos.com)

Was essen Katzen in der Natur?

Was essen Katzen in der Natur?

Katzen sind obligate Fleischfresser – das ist keine Ernährungsphilosophie, sondern Biologie. Ihr Stoffwechsel ist so ausgelegt, dass er tierisches Protein braucht, um zu funktionieren. Bestimmte Aminosäuren wie Taurin kommen ausschließlich in tierischen Geweben vor und können von Katzen nicht selbst synthetisiert werden. Ein Taurinmangel führt zu schweren Herzerkrankungen und Sehproblemen. Wer verstehen will, warum Katzenfutter so zusammengesetzt ist wie es ist, muss wissen, was Katzen in der Natur fressen.

Was fressen Katzen in der Wildnis?

Nahrungsquelle Beschreibung
Kleine Säugetiere Mäuse, Ratten und andere Nagetiere – die Hauptnahrung
Vögel Meist kleine Arten wie Spatzen oder Finken
Insekten Käfer, Grashüpfer und andere – vor allem bei Jungtieren
Fische Selten, aber möglich – besonders in wasserreichen Gebieten
Reptilien und Amphibien Eidechsen, Frösche – gelegentliche Beute
Pflanzliches Gras und Kräuter – meist zur Magenentlastung, nicht als Nahrung

In der Natur jagen Katzen viele kleine Mahlzeiten täglich – keine große Portion zweimal pro Tag, sondern zehn bis zwanzig kleine Beutetiere. Das erklärt, warum viele Katzen lieber mehrere kleine Portionen mögen als wenige große.

Jagd- und Beuteverhalten

Das Jagdverhalten der Katze ist instinktiv und läuft in klar erkennbaren Phasen ab: Beobachten, Anschleichen, Fixieren, Springen. Katzen sind Lauerjäger, keine Ausdauerjäger. Sie warten auf den richtigen Moment und erlegen ihre Beute mit einem gezielten Biss in den Nacken. Dazu nutzen sie ihre außergewöhnlich empfindlichen Sinne – besonders das Gehör, das auch ultrahohe Frequenzen wahrnimmt, und die Augen, die auf Bewegung spezialisiert sind.

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Interessant: Jagen und Fressen sind zwei voneinander unabhängige Impulse. Viele Hauskatzen jagen, ohne hungrig zu sein – der Jagdtrieb wird durch Bewegung ausgelöst, nicht durch Hunger.

Warum Fleisch unverzichtbar ist

Katzen benötigen aus tierischen Quellen Aminosäuren, die sie nicht selbst herstellen können. Taurin ist das bekannteste Beispiel, aber auch Arginin, Arachidonsäure und vorgeformtes Vitamin A (Retinol) müssen über tierische Nahrung aufgenommen werden. Pflanzliche Quellen liefern diese in einer Form, die Katzen nicht verwerten können.

Das unterscheidet Katzen grundlegend von Hunden oder Menschen, die pflanzliche Vorstufen in aktive Nährstoffe umwandeln können. Für Katzen geht das nicht – weshalb vegane oder vegetarische Ernährung für Katzen aus biologischer Sicht nicht artgerecht ist.

Rohfütterung (BARF) – naturnah, aber anspruchsvoll

BARF – biologisch artgerechtes Rohfutter – versucht, die natürliche Ernährung der Katze nachzubilden: rohes Fleisch, Innereien, weiche Knochen, gelegentlich pflanzliche Ergänzungen. Der Ansatz hat seinen Reiz, weil er sich an dem orientiert, was Katzen evolutionär gewohnt sind.

Allerdings ist BARF anspruchsvoll. Eine vollständige, ausgewogene Rohkostration erfordert genaue Kenntnisse über Nährstoffbedarfe, geeignete Fleischquellen und Hygienemaßnahmen. Rohes Fleisch birgt das Risiko von Salmonellen, Toxoplasma und anderen Keimen. Wer BARF ernsthaft betreiben möchte, sollte sich vorab gründlich informieren und idealerweise einen Tierarzt oder Ernährungsberater für Tiere einbeziehen.

Woraus eine BARF-Ration besteht

  • Muskelfleisch: Grundlage der Ration, liefert Protein und Taurin
  • Innereien: Besonders Leber und Herz – wichtige Nährstoffquellen, aber nur in Maßen
  • Weiche Rohknochen: Calciumquelle – nicht gekocht, da gekochte Knochen splittern
  • Ergänzungsmittel: Bei reiner Muskelfleischschdiät oft notwendig, um Mängel zu vermeiden

Hochwertiges Katzenfutter – worauf man achten sollte

Wer seiner Katze kein Rohfutter geben möchte, ist mit hochwertigem Fertigfutter bestens versorgt – vorausgesetzt, die Zutatenliste stimmt. Worauf es ankommt:

  • Tierisches Protein an erster Stelle: Die Zutatenliste ist nach Gewicht geordnet – Fleisch sollte oben stehen
  • Konkrete Fleischquellen: „Hühnchen“ oder „Lachs“ ist besser als „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse“ ohne Angabe
  • Kein übermäßiger Getreide- oder Maisanteil: Katzen haben keinen hohen Kohlenhydratbedarf – Getreide als Hauptbestandteil ist kein gutes Zeichen
  • Keine künstlichen Farb- oder Konservierungsstoffe: Nicht nötig und von fragwürdigem Nutzen
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Nassfutter hat gegenüber Trockenfutter den Vorteil eines deutlich höheren Wassergehalts – das kommt der natürlichen Ernährungsweise entgegen, bei der ein Großteil der Flüssigkeit über die Beute aufgenommen wird.

Wasser – unterschätzter Faktor

In der Natur decken Katzen einen erheblichen Teil ihres Flüssigkeitsbedarfs über ihre Beute ab. Mäuse bestehen zu etwa 70 % aus Wasser. Hauskatzen, die hauptsächlich Trockenfutter bekommen, müssen entsprechend mehr trinken – was viele von ihnen von Natur aus nicht tun. Das erhöht das Risiko für Harnwegserkrankungen und Nierenprobleme.

Mehrere Wasserstellen, ein Trinkbrunnen oder ein hoher Nassfutteranteil helfen, die Flüssigkeitsversorgung zu verbessern. Wasser täglich frisch anbieten, Näpfe regelmäßig reinigen – und darauf achten, dass der Wassernapf nicht direkt neben dem Futternapf steht, da Katzen das instinktiv meiden.

Fütterungsempfehlungen

Wie viel Futter braucht eine Katze?

Als grober Richtwert gilt: etwa 40 bis 50 Kilokalorien pro Kilogramm Körpergewicht täglich. Bei einer 4 kg schweren Katze wären das rund 160 bis 200 kcal. Aktivität, Alter, Gesundheitszustand und ob die Katze kastriert ist, beeinflussen den tatsächlichen Bedarf erheblich. Die Angaben auf der Futterverpackung sind ein guter Ausgangspunkt – das Gewicht der Katze ist die beste Kontrolle.

Wie oft füttern?

Katzen sind keine Einmal-am-Tag-Fresser. In der Natur jagen sie viele kleine Mahlzeiten – zwei bis drei Portionen täglich kommen diesem Muster näher als eine große. Kätzchen brauchen häufigere, kleinere Mahlzeiten. Automatische Futterspender können helfen, wenn man tagsüber nicht zu Hause ist.

Individuelle Bedürfnisse berücksichtigen

Katzen mit Nierenerkrankungen, Diabetes, Übergewicht oder Allergien haben spezifische Ernährungsbedürfnisse, die über allgemeine Empfehlungen hinausgehen. Hier ist der Tierarzt die richtige Anlaufstelle – nicht der Vergleich im Internet.

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Häufige Fragen

Fressen Katzen in der Natur auch Pflanzen?

Gelegentlich – aber nicht als Nahrung. Gras dient als Würzereiz für den Magen, um Haarballen oder anderen Mageninhalt zu erbrechen. Pflanzliche Kost liefert für Katzen kaum verwertbare Nährstoffe. Katzen, die an Zimmerpflanzen knabbern, tun das meist aus Neugier oder Langeweile – nicht aus Nahrungsbedarf.

Fressen Katzen auch Aas?

Gelegentlich ja, wenn frische Beute nicht verfügbar ist. Katzen bevorzugen zwar frisch erlegte Beute – die Aussage, sie meiden Aas grundsätzlich, stimmt aber nicht. Sie sind weniger darauf spezialisiert als etwa Geier oder Hyänen, aber in der Lage, auch nicht mehr ganz frisches Fleisch zu fressen.

Ist BARF besser als Fertigfutter?

Pauschal lässt sich das nicht sagen. Gut zusammengestelltes BARF kann artgerecht sein – setzt aber Wissen, Zeit und Sorgfalt voraus. Hochwertiges Fertigfutter aus seriöser Herstellung deckt den Nährstoffbedarf einer Katze vollständig ab. Entscheidend ist nicht die Form des Futters, sondern dessen Qualität und Zusammensetzung.

Warum fressen Katzen manchmal Gras, obwohl sie Fleischfresser sind?

Gras löst einen Würgereflex aus und kann helfen, Haarballen oder andere unverdauliche Inhalte aus dem Magen zu befördern. Es ist kein Zeichen von Nährstoffmangel, sondern ein natürlicher biologischer Mechanismus – denselben zeigen auch Wildkatzen und Großkatzen.

Was dürfen Katzen essen?

Wie viel dürfen Katzen fressen?

Ab wann dürfen Katzen rohes Fleisch fressen?

Weshalb fressen Katzen Gras?

Was Katzen zu trinken geben?

 

Letzte Aktualisierung am 18.06.2026 / Affiliate Links* / Bilder* von der Amazon Product Advertising API, ebenso Preise und Artikelbeschreibungen - keine  Gewähr / Platzierung nach Amazonverkaufsrang

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