Dürfen Katzen Kresse essen? Die Antwort ist: es kommt auf die Sorte an. Kresse ist keine homogene Pflanze – hinter dem Begriff verbergen sich mehrere botanisch verschiedene Gewächse mit sehr unterschiedlicher Einschätzung für Katzen. Gartenkresse, die in kleinen Schalen im Supermarkt steht, ist eine andere Geschichte als Brunnenkresse aus dem Bach. Wer das kennt, trifft bessere Entscheidungen.
Für Katzen als obligate Fleischfresser ist Kresse in keiner Form ein notwendiges Lebensmittel. Kein Taurin, kein tierisches Protein, keine essentiellen Fettsäuren – was eine Katze braucht, steckt in Kresse nicht. Gleichzeitig ist Gartenkresse in kleinen Mengen harmlos. Das macht Kresse zu einem Grenzfall: nicht giftig, aber auch nicht sinnvoll, und bei bestimmten Sorten durchaus mit Vorsicht zu behandeln.
Gartenkresse: die unkritische Variante
Gartenkresse (Lepidium sativum) ist die Kresse, die in Küchen gezogen wird – auf der Fensterbank, im Anzuchtschälchen, als Beilage zum Frühstücksei. Sie ist für Katzen nicht giftig. Ein paar genaschte Halme sind kein Notfall und lösen in der Regel keine Reaktion aus.
Was Katzen an Gartenkresse interessiert, ist vermutlich der intensive Geruch, der von Senfölen stammt. Diese Schwefelverbindungen sind für Katzen in kleinen Mengen nicht schädlich, können aber bei größeren Mengen Magen-Darm-Irritationen verursachen – Durchfall oder Erbrechen als Reaktion auf die scharfe Pflanzenkemie. Das ist keine Vergiftung, sondern eine Überreizung des Magen-Darm-Trakts durch ungewohnte Pflanzenstoffe.
Wer der Katze gelegentlich ein paar Halme Gartenkresse lässt, macht nichts falsch. Regelmäßig als Futterzusatz einsetzen würde dagegen wenig Sinn ergeben – weder für die Katze noch ernährungsphysiologisch. Warum Katzen Gras fressen, hat andere Gründe als Nährstoffbedarf.
Gartenkresse in kleinen Mengen – harmlos. Brunnenkresse aus Gewässernähe – meiden. Der Unterschied klingt gering, ist in der Praxis aber wichtig.
Brunnenkresse: hier ist Vorsicht angebracht
Brunnenkresse (Nasturtium officinale) wächst in oder an Gewässern und ist botanisch nicht mit der Gartenkresse verwandt. Sie ist für Menschen ein beliebtes, nährstoffreiches Blattgemüse – für Katzen jedoch mit einem spezifischen Risiko verbunden, das im Original nicht klar benannt wird.
Das eigentliche Problem der Brunnenkresse für Katzen ist nicht die Pflanze selbst, sondern ihr Wachstumsumfeld. In Gewässern und an Bachufern kann Brunnenkresse als Zwischenwirt für Leberegel-Larven (Fasciola hepatica) dienen. Diese parasitären Würmer befallen Schafe und Rinder primär, können aber auch andere Säugetiere einschließlich Katzen infizieren. Rohe, aus der Natur entnommene Brunnenkresse sollte Katzen deshalb auf keinen Fall gegeben werden.
Brunnenkresse aus dem Supermarkt, die kontrolliert angebaut wurde, ist in dieser Hinsicht weniger problematisch – enthält aber dennoch intensivere Senföle als Gartenkresse und ist für Katzen ebenso nutzlos. Der einfachste Rat: Brunnenkresse generell nicht anbieten, schon gar nicht aus der Natur gepflückt.
Kapuzinerkresse und Senfkresse
Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus) ist trotz des Namens keine echte Kresse, sondern eine eigene Pflanzengattung. Blüten, Blätter und Samen sind für Menschen essbar und werden in der Küche verwendet. Für Katzen gilt: die Pflanze ist nicht akut giftig. Ein kleines Stück ist kein Notfall. Gleichzeitig sind die enthaltenen Senföle intensiver als bei Gartenkresse, und größere Mengen können Magen-Darm-Beschwerden verursachen. Als bewusst angebotenes Futter ergibt Kapuzinerkresse keinen Sinn.
Senfkresse ist ein Sammelbegriff für verschiedene senfartige Wildpflanzen und enthält ebenfalls Senföle. Dasselbe gilt wie für Gartenkresse: kleine Mengen harmlos, größere Mengen irritierend, kein ernährungsphysiologischer Nutzen für Katzen.
Was stattdessen anbieten – wenn es Grünes sein soll
Katzen, die an Pflanzen knabbern möchten, tun das oft, weil Katzengras ihnen dabei hilft, Haarballen leichter durch den Magen-Darm-Trakt zu befördern. Katzengras ist die artgerechte Antwort auf dieses Verhalten – es ist speziell für diesen Zweck geeignet, enthält keine problematischen Pflanzeninhaltsstoffe und wird von vielen Katzen problemlos vertragen. Warum Katzen Gras fressen – und was dabei wirklich passiert – ist ein eigenes Thema.
Wer Kresse im Haus hat und bemerkt, dass die Katze daran knabbert, muss nicht sofort eingreifen – bei Gartenkresse. Bei Brunnenkresse sollte man die Pflanze außer Reichweite stellen, nicht wegen der Pflanzenstoffe selbst, sondern wegen des potenziellen Parasitenrisikos bei Exemplaren aus der Natur.
Häufige Fragen zu Katzen und Kresse
- Ist Kresse giftig für Katzen?
- Gartenkresse ist nicht giftig. In kleinen Mengen ist sie für Katzen harmlos, auch wenn sie keinen Nährwert bietet. Brunnenkresse aus natürlichen Gewässern sollte gemieden werden, weil sie als Zwischenwirt für Leberegel-Larven fungieren kann – das ist das eigentliche Risiko, nicht die Pflanze selbst.
- Was ist der Unterschied zwischen den Kressesorten für Katzen?
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Sorte Für Katzen geeignet? Hinweis Gartenkresse Kleine Mengen harmlos Kein Nutzen, aber unkritisch Brunnenkresse (Natur) Meiden Möglicher Leberegel-Zwischenwirt Brunnenkresse (Handel) Nicht empfohlen Intensivere Senföle als Gartenkresse Kapuzinerkresse Kleine Mengen harmlos Größere Mengen irritieren den Magen Senfkresse Kleine Mengen harmlos Wie Gartenkresse einzustufen - Warum knabbert meine Katze an Kresse?
- Katzen erkunden Pflanzen mit der Nase und dem Maul. Der intensive Geruch von Kresse durch die enthaltenen Senföle macht sie für manche Katzen interessant. Das ist Neugier, kein Ernährungsbedürfnis. Kresse liefert einer Katze nichts, was sie braucht.
- Was ist die bessere Alternative zu Kresse für Katzen?
- Katzengras – aus Weizen, Gerste oder Hafer gezogen – ist die artgerechte Antwort, wenn Katzen Grünes fressen wollen. Es hilft bei der Förderung der Magen-Darm-Bewegung und enthält keine für Katzen problematischen Pflanzenstoffe.
- Meine Katze hat Kresse gefressen – was tun?
- Bei Gartenkresse oder Kapuzinerkresse in kleinen Mengen: beobachten, kein Handlungsbedarf. Bei Brunnenkresse aus Bachläufen oder der Natur: Tierarzt kontaktieren, auch wenn keine Symptome sichtbar sind, und den möglichen Kontakt mit Leberegel-Larven erwähnen.
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